Zeitreise

125 Jahre Sängerbund Bauschlott ...

... das wurde 2016 gefeiert. Was seit der Gründung im Jahr 1891 über zwei Jahrhundertwenden hinweg gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich geschehen ist - in unserer Gemeinde, im Land und in der Welt - und was sich alles verändert hat, gibt dem "Blick zurück" eine ganz besondere Bedeutung.

Eine solche lange Geschichte zeugt von gelebter Tradition, und sie verpflichtet. Das klingt aus manchen Liedern heraus, aber da ist noch mehr: Es wird die soziale Bedeutung eines Vereins wie die des Sängerbundes Bauschlott für das Leben in der Gemeinde deutlich.

 

Die Gründungsmitglieder

Karl August Redinger (Goldarbeiter)  |  August Lampert (Bürgermeister)  |  Karl Leicht (Gastwirt)  |  Karl Flößer (Gemeinderat)  |  Christian Redinger (Fasser)  |  Christian Leicht (Goldarbeiter)  |  Wilhelm Jakob Baumann (Landwirt)

1891 - 1899

GRÜNDUNG UND ANFANGSJAHRE

Aller Anfang ist schwer: Auch der neu gegründete Sängerbund musste Anlaufschwierigkeiten überwinden. Der Wechsel in der Chorleitung, in der ersten Dekade hatte der Verein 5 verschiedene Dirigenten, zeigt dies. Über Sanges- und Vereinstätigkeiten gibt es leider nur wenige Aufzeichnungen von den Anfangsjahren.

Erste vereinte Sangestätigkeiten:

1891
Unter der Protektion und mit finanzieller Unterstützung des blühenden Turnvereins Bauschlott wurde ein Gesangverein mit dem Namen „Sängerklub-Turnverein“ gegründet. Noch handelt es sich um keinen eigenständigen Verein, sondern richtete sich an sangesfreudige Turner. Die Chronik spricht von 7 Gründungsmitgliedern, und zwar:

  • Karl August Redinger, Goldarbeiter
  • August Lampert, Bürgermeister
  • Karl Leicht, Gastwirt
  • Karl Flößer, Gemeinderat
  • Christian Redinger, Fasser
  • Christian Leicht, Goldarbeiter
  • Wilhelm Jakob Baumann, Landwirt.

Festgehalten wurde noch, dass ca. 2 Dutzend sangesfrohe Turner zu den Übungsstunden im Gasthaus „Zum Engel“ (heute Wohnhaus der Familie Fuchs) kamen.
Erster Dirigent war der Unterlehrer Kopfmann.

1892
Unterlehrer Kromer löste Unterlehrer Kopfmann als Dirigenten ab. Noch im gleichen Jahr übernahm Karl Leicht die Chorleitertätigkeit.

1894
Hauptlehrer Karl Edel wurde als Chorleiter genannt.

1896
Die Dirigententätigkeit übernahm bis zum Ende der Dekade Karl Leicht.
Leider gibt es keine weiteren Meldungen über Vereins- und Sangestätigkeiten aus dieser ersten Dekade.

 

UND WAS GESCHAH DAMALS IN DER WELT?

Fortschreitung der Industrialisierung - soziale Kluft zwischen Bürgertum und Proletariat: Das letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts brachte in der Technik und Wissenschaft viele Neuerungen und tiefgreifende Veränderungen - die Industrialisierung schritt voran. Die Bezeichnung „Made in Germany“ entwickelte sich zu einem Qualitätssiegel. Das führte zum Erstarken des Bürgertums aber auch zum Entstehen einer armen Arbeiterschicht. Deutschland hatte unter Führung Preußens zur politischen Einheit gefunden, die Monarchie mit Kaiser Wilhelm II. hatte sich etabliert.

Historische Ereignisse im ausgehenden 19. Jahrhundert:

1891
Im Deutschen Reich wird auf Betreiben des Reichskanzlers Otto von Bismarck die Gesetzliche Rentenvericherung eingeführt.
In Russland beginnt der Bau der Sibirischen Eisenbahn.
Otto Lilienthal führt seine ersten Flugversuche durch.

1892
Rudolf Diesel erhält das Patent für seinen Dieselmotor.

1893
Frankreich und Russland gehen ein Bündnis ein, Deutschland ist eingekreist.
Deutschland führt die Einheitszeit ein.

1894
In London geht die Tower-Bridge in Betrieb.
Auf der Strecke Paris-Rouen findet das erste Automobilrennen der Welt statt.

1895
Der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt die X-Strahlen, später Röntgenstrahlen genannt.
Das Kinozeitalter nimmt seinen Anfang: Louis Lumière stellt seinen Kinematographen vor.

1896
In Athen finden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt.

1897
Guglielmo Marconi erfindet die Funkentelegraphie.

1898
In Frankreich entdecken Pierre und Marie Curie die Radioaktivität.
Die Handelskette Edeka wird gegründet.

 

1900 - 1909


EIGENSTÄNDIGKEIT UND SYMBOLIK

Der Sängerbund formt sich: Nach den schwierigen Gründerjahren begann der Verein sich langsam zu formieren. Regeln für die Singstundenbesuche wurden aufgestellt. Man sagte sich vom Turnverein los und wurde eigenständig. Die Vereinsarbeit wurde dokumentiert - es gibt die ersten Protokolle und Chroniken. Ganz wichtig für die damalige Zeit: der Verein bekam eine eigene Fahne und damit ein Statussymbol.

Sängerbund-Chronik zu Beginn des 20. Jahrhunderts:

1901
Nachdem sich der Verein gegründet hatte und aus den „Kinderschuhen“ langsam herauswuchs, galt es ihn auch musikalisch zu formen. Folgende urschriftliche unterschriebene Vorschrift über den Singstundenbesuch des „Vereins Sängerklub“ ist erhalten worden:
„I. Wer zu einer Singstunde, welche von dem Vorstand und dem Ausschuss festgesetzt ist, zu spät kommt, wird mit 10 Pf. bestraft.
II. Wer eine festgesetzte Singstunde ohne genügenden Beweis der Entschuldigung versäumt, wird mit 20 Pf. Bestraft.
III. Alle Sänger von denen Einer ohne Entschuldigung, mündlich oder schriftlich, 3 mal versäumt hat, wird rücksichtslos nach Beschluß vom Ausschuß ausgeschlossen.“

1902
Der Verein tat einen weiteren großen Schritt: Der Sängerbund wurde selbständig. Gemäß Protokoll der Hauptversammlung am 27. Juli wurde beschlossen:
„I. Die Sängergesellschaft „Sängerklub Bauschlott“ beschloß auf Grund des heutigen Abend bei der im Verein-Lokal stattfindenden Hauptversammlung, welche schon 8 Tage früher bekanntgegeben wurde, die Abänderung seiner Vereinsstatuten.
II. Obengenannte Gesellschaft soll von heute an den Namen „Sängerbund Bauschlott“ erhalten und als selbständiger Verein weiterbestehen.“

1905
Für den Sängerbund kam, zumindest aus Sicht der damaligen Zeit, der nächste große Schritt: eine eigen Fahne.
Am 28. Mai fand in Bauschlott das 17. Gaufest des Kraichgau-Sängerbundes statt, verbunden mit der Fahnenweihe des Sängerbundes Bauschlott.
Einige Auszüge aus dem Protokoll:
„Von prächtigster Witterung begünstigt fand am gestrigen Sonntag hier das 17. Gaufest des Kraichgausängerbundes, verbunden mit der Fahnenweihe des hiesigen Gesangvereins „Sängerbund“ statt."
„Um 8 Uhr begab sich der festgebende Verein zur Kirche, woselbst die Weihe der Fahne vollzogen wurde."
„Nach"der Mittagspause gegen 2 Uhr, traten die Vereine zum Festzug an, welcher sich in stattlichem Umfang durch den Ort und sodann zum Festplatz bewegte."
„Nach"einer, das deutsche Liede verherrlichenden Rede des hiesigen Geistlichen, Herrn Pfarrer Bayer, welche ausklang in einem Hoch auf den Badischen, Kraichgau- und den Bauschlotter „Sängerbund“ folgte die Enthüllung und nach einer weiteren eindrucksvollen Ansprache einer Festjungfrau (Frl. Hofmann), die Übergabe der prächtigen Vereinsfahne an den Fähnrich August Scheible."


WAS BERICHTEN DIE GESCHICHTSSCHREIBER IM IN- UND AUSLAND AUS DIESER ZEIT?

Eine Gesellschaft droht zu zerspringen - die „Belle Epoque“ der Reichen: Die Menschheit wähnte sich als Krönung der Schöpfung, der kein Problem zu groß ist. Große Erfindungen wie Rundfunk, Tonfilm und Kunststoff waren an der Tagesordnung. Die Elektrizität zog in die Häuser ein. Es war die „Belle Epoque“ für der Reichen. Am meisten profitierte das aufstrebende Bürgertum. Landarbeiter und Bauern arbeiteten oft unter unmenschlichen Bedingungen.

Historische Ereignisse nach dem Jahrhundertwechsel:

1901
In Norwegen werden erstmals die Nobelpreise vergeben. Der Deutsche Wilhelm Conrad Röntgen erhält einen dieser Preise für seine Leistungen in Physik.
Robert Bosch entwickelt den Hochspannungs-Magnetzünder für die elektrische Motorenzündung.

1903
Den Brüdern Orville und Wilbur Wright gelingt der erste Motorflug.

1904
Im US-Amerikanischen St. Louis finden die olympischen Sommerspiele statt. Zum ersten und einzigen Mal wurde der Wettbewerb 'Sackhüpfen' ausgetragen.
In New York nimmt die erste Untergrundbahn ihren Betrieb auf.

1905
Albert Einstein entwickelt die Relativitätstheorie und findet mit dem Gesetz der Gleichwertigkeit von Masse und Energie den Schlüssel zur Nuklearforschung.
Osram produziert die ersten elektrischen Glühbirnen mit Wolframdraht.

1907
Die Brüder Louis Jean und August Lumière veröffentlichen die ersten Farbfotos.

1909
Die deutsche Reichspost ermöglicht Zahlungen ohne Bargeld. Ein Postscheck war von nun an als legitimes Zahlungsmittel gültig.

1910 - 1919

DER SÄNGERBUND BLICKT ÜBER DEN TELLERRAND

Rückschlag durch den Weltkrieg: Der Sängerbund begann sich zu öffnen und über die Ortsgrenzen hinaus zu wirken. Man nahm an Sangeswettbewerben teil und maß sein Können mit anderen Chören. Doch der 1. Weltkrieg machte alle Bemühungen schnell zunichte - die Vereinstätigkeit kam praktisch zum Erliegen.

Sängerbund-Chronik im Zeichen des 1. Weltkrieges:

1911
Der Verein nahm bei einem Sangeswettbewerb in Pforzheim teil. Über den Wettbewerb selbst wurde nichts festgehalten. Aber im Vorfeld des Wettbewerbs wurde laut Protokoll festgelegt:
„… dass ein Sänger, der zwei Singstunden hintereinander fehlt, nicht am Wettgesang teilnehmen kann.“

1914
Noch am 17. Januar wurde beschlossen, an einem weiteren Preiswettgesang teilzunehmen. Doch dann gingen im August nach einem Wort des englischen Außenministers Grey in Europa die Lichter aus; es kam zum Krieg. Am 20. August 2014 tagte der Vereinsausschuss des Sängerbundes ein letztes Mal. Es wurde beschlossen „…anlässlich des Krieges für das Rote Kreuz 25 Mark zu stiften“. Über die Kriegszeit von 1914 bis 1918 gibt es keine schriftlichen Aufzeichnungen.

1916
Eigentlich wäre das 25-jährige Jubiläum angestanden. Natürlich stand angesichts der Kriegswirren niemand beim Sängerbund der Sinn nach einer gebührenden Feier.

1919
Den Neubeginn nach dem Krieg läutete die Generalversammlung am 19.April am ein. In 'deutscher Gründlichkeit' befasste man sich mit den „Ein- und Ausgaben von 1914 bis 1919“. Es wurde eine neue Vereinsführung gewählt und 16 Personen traten als Mitglieder, meist Sänger, dem Verein bei.

UND WAS BEWEGTE SEINERZEIT DIE MENSCHEN IN ALLER WELT?

Die Welt in Schockstarre: Zwar war der Beginn der Dekade ungetrübt, doch spätestens 1912 wurde klar, die „Belle Epoque“ geht nicht ewig weiter. Der Traum von der technischen Allmacht bekam einen Dämpfer durch den Untergang der Titanic. Und die letzten Hoffnungen versanken im Ersten Weltkrieg.

Historische Ereignisse in dieser Dekade:

1911
Der norwegische Polarforscher Roald Engelbregt Gravning Amundsen erreicht als Erster den Südpol.
Im italienisch-türkischen Krieg werden erstmals 2-Kilo-Bomben aus der Luft abgeworfen.
In Belfast läuft die „RMS-Titanic“ vom Stapel, ein Luxus-Passagierschiff, das mit der kürzesten Lebensdauer und mit der größten Berühmtheit in die Geschichte der Seefahrt eingehen sollte.

1912
Am 15. April sinkt die Titanic im Nordatlantik. Mehr als 1500 Todesopfer sind zu beklagen.
Eine Sensation ist der Fund der Büste der Nofretete, die heute in neuem Glanz im Neuen Museum in Berlin zu bewundern ist.

1913
In Essen wird die Handelsgruppe Aldi gegründet.

1914
Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, führt zum ersten Weltkrieg. Den Großindustriellen kommt der Krieg gelegen, die Bevölkerung sieht sich durch Knappheit der Lebensmittel einer sozialen Not ausgesetzt.

1916
Es kommt zur Schlacht von Verdun. Mehr als 700 000 französische und deutsche Soldaten verlieren ihr Leben.

1918
Der Herbst bringt das ersehnte Ende des Krieges.

1919
Walter Gropius initiiert das Bauhaus, das zur Grundlage moderner Architektur wird.

1920 - 1929


AUFBAU UND KONSOLIDIERUNG NACH DEM KRIEG

Das Vereinsleben war wieder erwacht, der Blick ging nach vorne. Und den schweren Zeiten trotzend feierte man das 35-jährige Jubiläum. Der Verein wurde (wieder) zum Bestandteil des kulturellen Lebens in der Gemeinde Bauschlott.

Sängerbund-Chronik der 20er Jahre:

1922
Im Sommer übernahm Fritz Dittus die musikalische Leitung des Chores. Es begann damit eine unvergessliche Tätigkeit als Dirigent, die bis 1946 dauerte und den Chor musikalisch und künstlerisch stark prägte. Der Chor gewann in dieser Zeit unzählige Wettbewerbe und Preise.

1925
Man bereitete das erste das Jubiläum vor: 35 Jahre Sängerbund. In einem Protokoll ist zu lesen: „Zum Schluß wurde noch in Erwägung gestellt, ob der Verein im nächsten Jahr nicht selbst ein Fest verbunden mit einem Sängerwettstreit abhalten könnte. Die noch anwesenden Mitglieder waren dafür.“
In einem weiteren Protokolleintrag findet man folgenden Wortlaut: „Im September 1925 wurde von dem im Juli gebildeten Festausschuß das erste Rund-schreiben zusammengestellt und an 450 Vereine gesandt.“ 14 Vereine mit einer Gesamtsängerzahl von 561 Sängern hatten sich schließlich angemeldet. Für diese und die Besucher wurde festgelegt: „Sänger zahlen für ein Festbuch einschließlich Eintritt in Sängerhalle und Festplatz 1.- Mark, die Allgemeinheit 1,50 Mark. Von den Gastwirten wurde das Mittagessen auf 2,50 Mark mit 1/2 Liter Wein festgesetzt. - Es wurde beschlossen, daß die 5 Mark, welche als Wirtschaftsgeld von den Mitgliedern eingezogen wurde, wieder zurückerstattet wird.“

1926
Es war so weit. Statt den üblichen 25-jährigen Geburtstag feierte der Sängerbund Bauschlott sein 35-jähriges Bestehen. Das Fest dauerte drei Tage und begann am 15. Mai mit einem Fackelzug vom Vereinslokal „Zum Adler“ zur Festhalle - der Dreschhalle. Dort fand ein Festbankett statt, natürlich mit Begrüßungen, Reden und Ehrungen. Der Chronist schreibt: „Es folgte auf die ausgezeichneten Jubilare von den Herren Sängern ein donnerndes Hoch“.
Am nächsten Tag gab es dann nach „Böllerschießen mit Zapfenstreich“ einen Festgottesdienst, dem in Festhalle ein Gesangswettstreit und am Nachmittag ein Festzug vom Schloss bis zur Dreschhalle folgte. Am Montag klang das Fest mit „Kinder- und Volksbelustigung“ aus. Noch lange wurde davon gesprochen, dass im dichten Nebel, der die Tage beherrschte, ein Bierfass ‚davon gerollt‘ wurde …
Ende 1926 heißt es im Protokoll: „… alle Verpflichtungen aus dem Stiftungsfest waren erfüllt. Eintausend Mark werden auf der Sparkasse festgelegt, welche nicht anzutasten sind, außer mit 2/3 der Mitglieder.“

1929
Bei einer Anfrage wurde mitgeteilt, dass das Kapital samt Zinsen bei der hiesigen Creditkasse angelegt ist und auf 1100 Mark angewachsen ist.

1927
Vereinsleben und Geselligkeit wurde beim Sängerbund schon immer groß geschrieben. Folgender Protokolleintrag aus diesem Jahr unterstreicht dies: „Am Sonntag, den 29 Mai, fand ein Gartenfest in der Dreschhalle, nachmittags um 2 Uhr beginnend, statt. Es war verbunden mit Unterhaltungsmusik, Blumenstockverlosung, Preiskegeln und Preisschießen und fand um 11 Uhr abends seinen Abschluß. [..] Es wurde beschlossen, die nächste Singstunde wird durch die Ortsschelle bekanntgegeben.“


WAS GESCHAH IN DER WELT?

„Die goldenen 20er Jahre“ oder „Der Tanz auf dem Vulkan“: Nach dem Motto „Wir haben überlebt“ erfand sich die Menschheit neu. Vor allem die Frauenmode sorgte für eine Befreiung: Die Damen warfen die Korsette weg, die Röcke reichten nur noch bis zum Knie. Auch wenn die Reparationszahlungen Deutschland fast erdrückten, ging es zunächst scheinbar etwas besser. Doch gegen Ende der Dekade wurde klar, der Wohlstand war nur geborgt. Der schwarze Freitag an der Börse läutete die Wende ein - es begann die Weltwirtschaftskriese.

Epochale, bedrohliche und turbulente Ereignisse kennzeichnen diese Dekade:

1920
Die Bestimmungen des Versailler Vertrages treten in Kraft.
Im Münchner Hofbräuhaus wird die NSDAP gegründet.

1921
Das Jahr beginnt mit einem spektakulären Kunstraub. Rembrandts Gemälde „Abziehendes Gewitter in Herbstlandschaft“ verschwindet aus dem Kontor einer Hamburger Privatbank. Der Wert des Gemäldes: 2 Mio Reichsmark.

1922
Eine erste Fassung des Romans "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" des späteren Nobelpreisträgers Thomas Mann erscheint.

1923
In Italien gründete Guccio Gucci sein Modeunternehmen.
Mit einem Kurs von 4,2 Billionen Mark für 1 US-Dollar erreicht die Inflation ihren Höhepunkt in Deutschland. Ein Kilogramm Brot kostet 233 Milliarden Reichsmark.

1924
In Chamonix (Frankreich) werden die ersten olympischen Winterspiele veranstaltet.
Wladimir Iljitsch Lenin stirbt und Stalin übernimmt die Macht in Russland.
Die Daimler-Motoren-Gesellschaft und Benz & Cie. fusionieren zur Daimler-Benz AG.

1925
Mit Louis Armstrong's Combo "Hot Five" wird der Jazz gesellschaftsfähig.

1926
Boxweltmeister Gene Tunney erhält für einen Titelkampf die stattliche Rekordbörse von 2,6 Mio. $.

1927
Charles Lindbergh geht in die Fluggeschichte ein. Er überquert den Atlantik in einer einmotorigen Maschine von New York nach Paris.
Zur Jahreswende werden die „Comedian Harmonists“ gegründet.

1929
Die Nord-Süd Leitung wird in Betrieb genommen, die erste mit 220 kV gespeiste Verbundleitung.
Dornier baut das Flugboot DO X, das 169 Passagiere an Bord nehmen kann.
Der schwarze Freitag an der New Yorker Börse löst die Weltwirtschaftskrise aus.
Die „Goldenen 20er Jahre“ gehen zu Ende.

1930 - 1939

 

SÄNGERWETTSTREITE IM SCHATTEN DES HERAUFZIEHENDEN 2. WELTKRIEGES

Es war - zunächst - ein Jahrzehnt der Sangeswettbewerbe. Was bereits in den Jahren zuvor begonnen wurde, setzte man nun fort. Man wollte sein Können bei Wettbewerben auch nach außen hin zeigen. Die fachkundige musikalische Leitung des Dirigenten Fritz Dittus hatte daran einen großen Anteil. Aber auch die politischen Veränderungen in Deutschland schlugen auf den Verein durch. Begriffe wie „Führer“ statt „Vorstand“ und „Führerring“ statt „Ausschuss“ zogen in das Vokabular des Vereins ein.

Sängerbund-Chronik der 30er Jahre:

1930
Bei einem Gesangswettstreit am 15. Juli erzielte der Sängerbund in Mörzheim/Pfalz die zweitbeste Tagesleistung. Mitglieder wurden allerdings in Schlägereien verwickelt, deren Folgen lange nachwirkten.

1931
Das Wirken und die Bedeutung von Fritz Dittus als Dirigent des Sängerbundes lässt sich aus folgendem Protokolleintrag von 1931 herauslesen: „Ausflug nach Obernhausen. Unter Beteiligung aller Ortsvereine und der Musikkapelle wurde um 1/2 6 Uhr der Abmarsch geblasen. Mit Sang und Klang bewegte sich der Zug über Göbrichen, Ispringen nach Dietlingen. Hier wurde Rast gemacht um frisch gestärkt nach Obernhausen zu gelangen. Hier wurde Herrn Dittus ein Ständchen gebracht, welcher mit Dank und einem guten Tropfen ´Gräfenhäuser`erwiderte. Unter Abwechslung von Musik und Tanz und Liedvorträgen verging die Zeit und Vorstand Karl Lampert mahnte zum Rückmarsch.

1932
Gesangswettbewerbe standen bei den Vereinen in hoher Gunst. Dass es dabei nicht immer friedlich zuging, lässt folgender Protokolleintrag erahnen: „… wurde beschlossen, daß bei allen Veranstaltungen, Ausflügen, Preissingen usw., an dem sich der Verein beteiligt, wo Mitglieder in Schlägereien, Streitigkeiten oder dergleichen verwickelt werden, in keinerlei Weise mehr aufkommt, sondern daß jeder für seine eigene Person aufzukommen hat.

1933
Ein ereignisreiches Jahr für den Verein. Unter politischem Druck versammelte man sich am 22. September im Vereinslokal „Zum Adler“. Vorherrschendes Thema war: Gleichschaltung, mit den Zielen der „Regierung der nationalen Erhebung“. Zu Beginn der Versammlung trat der gesamte Vorstand zurück. Es gelang jedoch, einen neuen Vorstand zu finden. Am 4. Dezember wurde das Protokoll über die „Gleichschaltung“ abgesandt. Zum „Führerring“ gehörten nun: Wilhelm Stöhr, Karl Beisele, Karl Schweickert, Karl Friedrich und Adolf Gauß - eine Zusammensetzung, die die Beibehaltung des alten Sängergeistes verbürgte. Die zunächst eingeführten Begriffe „Führer“ und „Führerring“ wurden ein Jahr später wieder durch „Vorsitzender“ und „Ausschuss“ ersetzt.
Am 15. Oktober 1933 hörte das „wilde Singen“ des Sängerbundes auf. Der Sängerbund meldete sich als Mitglied beim Pforzheimer Sängergau an und wurde damit auch Mitglied beim Deutschen Sängerbund.

1934
In den folgenden Jahren nahm der Sängerbund unter der fachkundigen Leitung von Fritz Dittus bei vielen Wettsingen und Wettbewerben mit großem Erfolg teil.

1939
Das letzte Konzert der Sängerbundes vor dem Krieg fand am 30. April im Ochsensaal statt. Das Protokoll wurde nicht mehr zu Ende gebracht. Es folgen die Worte: „6 Jahre Krieg“.

 

WAS GESCHAH IN DER WELT?

Eisernes Mutterkreuz und Wollkleid“: Während in Frankreich Coco Chanel das elegante „Kleine Schwarze“ erfand, trugen die Frauen in Deutschland Schürze und Wollkleid. Das Frauenbild hierzulande wurde geprägt vom „Eisernen Mutterkreuz“. Weltweit war es das Jahrzehnt der Hollywood-Diven. Viele bekannte Filme wurden produziert. Doch Deutschland ging nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten seinen eigenen Weg - in das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.
 

Historische Ereignisse in den 30er Jahren:

1930
Die Reichstagswahlen machen die NSDAP zur zweitstärksten Partei im Reichstag.
Max Schmeling gewinnt in New York den Weltmeistertitel im Schwergewichtsboxen.
Mit dem Film „Der blaue Engel“ startet Marlene Dietrich ihre Weltkarriere.

1931
Das Traumpaar Willy Fritsch und Lilian Harvey können im Film "Der Kongress tanzt" nicht darüber hinwegtäuschen, dass fast 6 Millionen Arbeitslose um ihre Existenz bangen.
In den USA wird der Gangsterboss Al Capone zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt.
Mit dem Empire State Building wird der höchste Wolkenkratzer der Welt - nach nur etwas über einem Jahr Bauzeit - eröffnet.

1932
Paul Hindenburg wird mit 53% der Stimmen zum Reichspräsident gewählt.
Die Weltwirtschaftskrise erreicht mit 30 Millionen Arbeitslosen ihren Höhepunkt.
Kodak erschließt für Fotografie und Film in den folgenden Jahren neue Einsatzgebiete, u. a. mit dem ersten 8 mm-Schmalfilm und dem 16 mm-Farbfilm.
Der Kölner Oberbürgermeister und spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer eröffnet mit dem Streckenabschnitt Köln-Bonn die erste Autobahn auf deutschem Boden.

1933
Die Weimarer Republik ist endgültig gescheitert, Hitler hat die Macht als Reichskanzler übernommen.
In Berlin wird anlässlich der Funkausstellung den Deutschen der erste Volksempfänger vorgestellt, im Volksmund als ´Goebbels Schnauze`bezeichnet.

1935
Die Nationalsozialisten haben sich etabliert und propagieren die „deutsche Herrenrasse“.
Die „Comedian Harmonists“ werden verboten.

1936
In Berlin finden die ersten Olympischen Sommerspiele in Deutschland statt.

1937
Der Zeppelin „Hindenburg“ geht nach seiner Landung im amerikanischen Lakehurst in Flammen auf.
Die Golden Gate Bridge in der Bucht von San Francisco wird eröffnet.

1938
Die Nationalsozialisten annektieren Österreich.
In New York werden die ersten Fernsehsendungen ausgestrahlt.
Die Transiranische Eisenbahn wird nach 11 Jahren Bauzeit fertiggestellt.

1939
Frankreich und England reagieren mit der Kriegserklärung an Deutschland, nachdem die deutsche Wehrmacht in Polen eingefallen war. Es ist der Beginn des 2. Weltkrieges.

1940 -1949

 

FLIEGERALARM STATT CHORGESANG

Es war das dunkelste Kapitel der Menschheitsgeschichte und in der Geschichte Deutschlands: die Welt am Abgrund, Tod und Vertreibung, Pogrome, Diktaturen, kollektive Verbrechen. Zwar kam während des Krieges die Sangestätigkeit im Verein nicht ganz zum Erliegen, aber von einem blühenden Vereinsleben, wie die Jahre zuvor, konnte zwangsläufig keine Rede sein. Doch trotz schwerer Nachkriegszeit hatte man den Mut für einen Neubeginn. Dieser manifestierte sich auch in dem neuen Dirigenten Tilo Langhammer, ein begabter 21-jähriger Musikstudent, welche das musikalische Leben des Verein über 40 Jahre hinweg bestimmen sollte.

Sängerbund-Chronik im zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit

1940-1945
Auch während des zweiten Weltkrieges erlosch das Sängerleben nicht ganz. Es waren aber meist traurige Anlässe, bei denen der Chor auftrat - bei den Trauerfeiern für die Gefallenen und zum „Heldengedenktag“.
In diese Zeit wäre auch, und zwar 1941, das 50-jährige Jubiläum des Sängerbundes gefallen. Die Feier fiel, natürlich aus Kriegsgründen, wie schon die 25-Jahre-Feier, aus.

1946
Am 27. April wagte man dann den Neubeginn. 29 Sänger und Mitglieder versammelten sich zur ersten Generalversammlung nach dem Kriege. Eine neue Verwaltung wurde gewählt, der Militärregierung in Pforzheim musste ein Mitgliederverzeichnis mit genauen Angaben übergeben werden.
Mitten in der Aufbau platzte Anfang Oktober die Mitteilung, dass der Chorleiter Fitz Dittus aus gesundheitlichen Gründen dem Verein nicht mehr zur Verfügung steht. Eine Ära ging zu Ende, Fritz Dittus wurde in Würdigung seiner Verdienste zum Ehrendirigenten ernannt.
Noch im gleichen Jahr wurde jedoch mit dem 21-jährigen Musikstudenten Tilo Langhammer ein Chorleiter gefunden, der das musikalische Leben des Vereins und in Bauschlott über vier Jahrzehnte hinweg bestimmen sollte.
Bis zum Ende der Dekade veranstaltete der Sängerbund viele Konzerte, teils mit überregionalen Künstlern, und nahm an zahllosen Sängerwettbewerben mit großem Erfolg teil.

1947
Im „Ochsensaal“ fand ein Stuhlkonzert und noch im gleichen Jahr ein Kirchenkonzert mit einer Ehrung für die Gefallenen im Kriege statt.

1948
Es gab in der evangelischen Kirche eine kirchenmusikalische Feierstunde, zu welcher das Protokoll festhält: „Die Freude der Sängerschaft und der Einwohner war so groß, dass bei dem anschließenden Beisammensein im ´Ochsen` erst im Morgengrauen nach Hause gegangen wurde.“

1949
Bei einem Wertungssingen in Ispringen wurde der Sängerbund mit der Note „sehr gut“ ausgezeichnet.

 

WAS GESCHAH IN DER WELT?

Erst "Alptraum des Jahrhunderts", dann zupackende "Trümmerfrauen": In der ersten Hälfte des Jahrzehnts tobte der 2. Weltkrieg. Viele deutsche Städte wurden in Schutt und Asche gelegt, 55 Millionen Menschen verloren ihr Leben, zahllose Menschen waren auf der Flucht. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ging das Leben trotzdem weiter. Trümmerfrauen schleppten Ziegel und bogen Granathülsen zu Kochtöpfen. Was keiner zu hoffen wagte, am Ende der Dekade stand Deutschland vor einem Wirtschaftswunder.

Historische Ereignisse in Kriegs- und Nachkriegszeiten

1940
Der 2. Weltkrieg dominierte den deutschen Alltag. Nicht abreißende Siegesmeldungen verursachten einen fragwürdigen Freudentaumel. In den USA hatte derweil eine mutige Filmsatire ihre Uraufführung: „Der große Diktator“ mit Charlie Chaplin in der Hauptrolle.

1943
Das Jahr brachte die Wende im 2. Weltkrieg. Im Januar musste sich Generalfeldmarschall Paulus mit seinen Truppen im Südkessel von Stalingrad kapitulieren. 90.000 Soldaten kamen in Gefangenschaft. Wenige Wochen später proklamierte Goebbels in der Sportpalastrede den totalen Krieg. Am selben Tag wurden die Geschwister Scholl, Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, hingerichtet.

1944
Ein weiterer Widerstand, das Bombenattentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Hitler, scheiterte. Als letztes ohnmächtiges Aufbäumen wurde in Deutschland der „Volkssturm“ mobil gemacht.

1945
Am 30. April beging Hitler Selbstmord. Am 8. Mai war dann der Krieg in Europa vorbei.
In Hiroshima und Nagasaki kam es jedoch noch zum Abwurf der ersten Atombomben, eine der schlimmsten Kriegskatastrophen seit Menschengedenken.
Deutschland wurde in Zonen aufgeteilt.

1947
In den drei Westzonen kam es zum Marshallplan und damit zum wirtschaftlichen Aufbau in Westdeutschland.

1948
Mit der Währungsreform wurde ein weiter Eckpunkt für den Wiederaufbau gelegt.
Im gleichen Jahr begann die Luftbrücke für Berlin. Die sogenannten Rosinenbomber versorgten die Stadt aus der Luft.

1949
Eine Konferenz der westlichen Außenminister spricht sich für die Eingliederung des deutschen Volkes in die europäische Völkergemeinschaft aus.

1950 - 1959

 

„WIR SIND WIEDER DA.“

Das Vereinsleben blühte auf. Zahlreiche junge Sänger traten dem Chor bei. Man besuchte Jubiläen anderer Vereine und nahm an Kritik- und Konzertsingen teil. Ausflüge und Abendunterhaltungen wurden abgehalten. Nach harten und entbehrungsreichen Jahren war ein Aufschwung zu spüren, das Selbstbewusstsein des Vereins wuchs.

Der Sängerbund Bauschlott in den goldenen 50er Jahren

1950
Man entschied sich, ein 60-jähriges Vereinsjubiläum zu feiern und ging auch sofort an die Vorbereitung.

1951
Vom 26.-28. Mai feierte der Sängerbund seinen 60. Geburtstag. Es wurde ein Festbankett sowie ein Kritik- und Konzertsingen veranstaltet. Der letzte Tag gehörte den Kindern. Die Chronik spricht von stolzen Festtagen, denn „…der Gesang stand damals im Dorf und auch im ganzen Sängerkreis Pforzheim in Blüte“.

1953
Ende Januar galt es Abschied zu nehmen von Fritz Dittus. Er prägte über 40 Jahre hinweg als Dirigent den Chor musikalisch und künstlerisch.

1955
Am 20. März gelang dem Chor bei einer kirchenmusikalischen Feierstunde in der evangelischen Kirche ein im Ort vielbeachtetes Konzert. Man führte u. a. den „Messias“ von Georg-Friedrich Händel auf.
Ein großer Tag in der Vereinsgeschichte war ein Preissingen, das vom Gesangverein Wörth/Rhein veranstaltet wurde. Mit 200 Punkten wurde die Tagesbestleistung erzielt. Alle Sänger waren aus dem Häuschen. Noch Tage später begaben sich Bauschlotter Sänger nach Wörth, in Erinnerung an den großen Erfolg.

1957
Ein in der Gemeinde vielbeachtetes Kirchenkonzert brachte dem Sängerbund viel Sympathie ein. Bei diesem Konzert wirkte ein „ad-hoc Frauenchor“ mit, welcher extra zu diesem Anlass gebildet wurde.

1959
Es wurde kurz das Thema „Gründung eines Frauenchores“ angeschnitten, aber nicht mehr näher verfolgt.

 

WAS GESCHAH IN DER WELT?

Wirtschaftswunder und Fernseher ziehen in die Wohnzimmer: Atemberaubend war die Geschwindigkeit, in welcher der Westteil von Deutschland in den 50er Jahren aufgebaut wurde. Der Begriff „Wirtschaftswunder“ entstand. Der Nachholbedarf war immens groß, mit regelrechten Kalorien-Orgien wurde gefeiert. Gehungert hatte man lange genug. Die ARD nahm den regelmäßigen Sendebetrieb auf, das Fernsehen etablierte sich als wichtigstes Medium. Der Rock’n’Roll war die prägende Musikrichtung. In der Mode war es die Zeit der Caprihosen, Twinsets und Petticoats.

Historische Ereignisse im Aufschwung

1950
Mit dem Überschreiten des 38. Breitengrads durch nordkoreanische Infanterie- und Panzereinheiten nahm der blutige Koreakrieg seinen Anfang.
In der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland wurde die erste Volkszählung durchgeführt.
Vom Fußballverein SG Dresden-Friedrichstadt floh die gesamte Mannschaft nach West-Berlin. Darunter befand sich auch der spätere Bundestrainer Helmut Schön.

1951
Frankreich, Italien, die Bundesrepublik Deutschland und die Beneluxstaaten schlossen in Paris einen Vertrag über die Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl - die Montanunion. Es sollte der Grundstein der Europäischen Union werden.
In England besteigt Königin Elisabeth II. den Thron.
Das Bundesverfassungsgericht wird in Karlsruhe eröffnet.
Hildegard Knef begann mit ihrem Film „Die Sünderin“ ihre internationale Karriere.
In Bayreuth wurden die ersten Richard-Wagner-Festspiele nach dem Krieg ausgerichtet.

1952
Der Bundestag verabschiedete das Betriebsverfassungsgesetz.

1953
In Russland starb der Diktator Josef Stalin.
Letztlich ausgelöst durch das Gesetz zur Erhöhung der Arbeitsnormen kommt es am 17. Juni zum Arbeiteraufstand in der DDR.
Am 2. Juni wurde in Großbritannien Königin Elisabeth II. gekrönt.
Edmund Hillary und Sherpa Tensing haben als erste Menschen den Mount Everest bestiegen.

1954
Der deutschen Fußballnationalmannschaft gelingt am 4. Juli das „Wunder von Bern“. Die Mannen um Fritz Walter besiegen im Endspiel Ungarn mit 3:2 und werden Fußball-Weltmeister. Den Menschen in Deutschland gab dies Auftrieb und stärkte wieder das Selbstbewusstsein.

1955
Die Deutsche Lufthansa nahm in Bundesgebiet ihren Betrieb auf.

1956
Die Wirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland boomt. Es werden die ersten Gastarbeiter angeworben.
Der ungarische Volksaufstand wird von sowjetischen Panzerdivisionen niedergeschlagen, es folgte ein Flüchtlingsstrom in den Westen. Ministerpräsident Imre Nagy wird nach Rumänien verschleppt und anderthalb Jahre später hingerichtet.
Robert Lembke startet sein Ratespiel „Was bin ich“.

1957
Die Verträge der Europäischen Wirtschaftsgemeinschat (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) werden in Rom unterzeichnet, sie treten 1958 in Kraft.
Der erste Erdsatellit mit dem Namen "Sputnik" wurde von der UdSSR in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht.

1958
Elvis Presley leistet in Deutschland seinen Wehrdienst in der US-Armee ab.
Artur Fischer erfand den S-Dübel, bis heute als Fischer-Dübel bekann.

1959
In Cuba wurde der Diktator Fulgencio Batista gestürzt. Die Macht übernahm Fidel Castro.
Günter Grass veröffentlichte eines seiner wichtigsten Werke: „Die Blechtrommel“.
Eine sowjetrussische Rakete landete als erste auf dem Mond.

1960 - 1969

 

„RUHIGERE FAHRWASSER“

Der rasante Aufstieg des Vereinslebens wurde wieder etwas ruhiger. Das Wettsingen trat ein wenig in den Hintergrund. Trotzdem war man als Verein präsent. Es gab mehrere Auftritte im Rundfunk, viele Konzerte und das 75-jährige Jubiläum. Dies zeigt, dass sich die Schwerpunkte in der Vereinsarbeit etwas verschoben haben, man besann sich darauf, im Ortsleben präsenter zu werden.

Konsolidierung des Vereins in einem Jahrzehnt heftiger gesellschaftlicher Umbrüche

1960
Zum ersten Mal trat der Sängerbund in der Rundfunksendung „Stunde des Chorgesangs“ auf. Es wurde zu einem vollen Erfolg.

1961
Auf Drängen des Musikfreundes Günter Edel, welcher kurz zuvor die Leitung des Vereins übernommen hatte, wurde eine kirchenmusikalische Feierstunde durchgeführt. Es war in der Gemeinde ein voller Erfolg.

1964
Der Singstundentermin wurde von Samstag auf Montagabend verlegt. Die Umstellung glückte besser als erwartet.

1965
In diesem Jahr begannen die Vorbereitungen zum 75-jährigen Jubiläum. Den Auftakt dazu bildete am 19. Dezember der Auftritt im Rundfunk im Programm „Stunde des Chorgesangs“.

1966
Der Verein feierte sein 75-jähriges Jubiläum. Den Auftakt bildete im April ein Kirchenkonzert mit Passionsmusik u. a. „Die sieben Worte Christi am Kreuz“ von Heinrich Schütz.
Das eigentliche Jubiläumsfest wurde dann vom 15. bis 18. Juli gefeiert. Im Rahmen dieser Feier fanden zwei Konzertsingen mit zahlreichen Chören aus der Umgebung statt. Eine musikalisch viel beachtete Veranstaltung war die Chorfeier mit den Langhammer'schen Chören, verbunden mit der Ehrung von Tilo Langhammer anlässlich seiner 20-jährigen Chorleitertätigkeit. Am Sonntag gab es einen Festumzug, das Fest wurde mit einem großen Kinderfest beendet.

1969
Unter Mitwirkung eines Frauenchores und der Feuerwehrkapelle veranstaltete der Sängerbund ein Konzert in der Dreschhalle, das über die Grenzen Bauschlotts hinaus viel Beachtung fand.

 

WAS GESCHAH IN DER WELT?

Pilzköpfe und Demonstrationen, Zeit des Umbruchs: Die Beatles als Revoluzzer? Aus heutiger Sicht korrekt geschnittene Pilzköpfe und brave Anzüge, damals sah man das ganz anders. Zu Beginn der 60-iger Jahre waren dieser Look und die Musik skandalös. In der 68-er Revolution wuchs eine Generation heran, die den Krieg nicht erlebt hatte. Sie wollte mehr als Sahnetorte, Einfamilienhaus und Auto. Die jungen Leute wollten ihrem Leben einen Sinn geben. Die Jugendlichen lebten in Kommunen, die sexuelle Revolution ging einher mit der Studentenbewegung und der beginnenden Friedensbewegung.

1960
Das Jahr bekam den Namen „Afrikajahr“, denn 17 afrikanische Staaten wurden unabhängig.
Der Hitchcock-Thriller „Psycho“ sorgte in den USA für Aufsehen und wurde zu einem Kassenschlager.
Im Hamburger Club „Indra“ traten zum ersten Mal die „Beatles“ auf.

1961
Soldaten der Nationalen Volksarmee begannen am 13. August in Berlin mit dem Bau der Mauer. Deutschland war endgültig geteilt.
Am 12. April schickte die UdSSR das erste bemannte Raumschiff mit Juri Alexejewitsch Gagarin ins All.

1962
Fast 3 Wochen legte der Krimi „Das Halstuch“ von Francis Durbridge das öffentliche Leben lahm.
Im Februar kam es zur schlimmsten Sturmflut an der deutschen Nordseeküste. Hamburg war am stärksten betroffen. Insgesamt 340 Todesopfer hatte die Hansestadt zu beklagen.
Die US-Raumfahrtbehörde schoss den ersten TV-Satelliten ins All. "Telstar" machte erstmals Live-Übertragungen über den Atlantik möglich.
Andy Warhol, der als Erfinder der Pop-Art gilt, eröffnete sein "Factory“ genanntes Atelier in New Yorker Fabrikhallen.

1963
Der Amerikanische Präsident John F. Kennedy fiel in Dallas einem Attentat zum Opfer. Noch im Sommer tat er den berühmten Ausspruch: „Ich bin ein Berliner“.
Beim legendären Postraub erbeutete eine 15-köpfige Bande in England aus einem Postzug 2,6 Mio Pfund.
Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) nimmt seinen Betrieb in Mainz auf.

1965
Der Ende 1963 begonnene Auschwitz-Prozess endet mit lebenslangen Zuchthausstrafen für sechs Angeklagte.

1966
Unter Kurt-Georg Kiesinger nahm in Bonn die erste Große Koalition die Regierungsarbeit auf.
England wird im eigenen Land zum ersten Mal Fußball-Weltmeister. Beim Endspiel gegen Deutschland entschied in der Verlängerung das berühmte Wembley-Tor die Partie zugunsten der Engländer.
Der UdSSR gelang mit der Raumkapsel "Luna IX" die erste "weiche" Mondlandung.

1967
Zwischen Israel und Ägypten brach der sogenannte "Sechstagekrieg" aus.
Mit der Eröffnung der 25. Funkausstellung in Berlin startete das Farbfernsehen in der Bundesrepublik Deutschland.

1968
In der Tschechoslowakei begann unter Alexander Dubcek der sogenannte Prager Frühling, der noch im selben Jahr gewaltsam von einmarschierenden Truppen des Warschauer Paktes niedergeschlagen wurde.
In Deutschland kam es zu teilweise gewalttätigen Demonstrationen der jüngeren Bevölkerung gegen das sogenannte Establishment, ursprünglich ausgelöst vom Widerstand gegen neue Hochschulgesetze. Die sogenannte "68er-Generation" war geboren. Noch im selben Jahr wird in West-Berlin Rudi Dutschke, führendes SDS-Mitglied, bei einem Attentat schwer verletzt.
US-Präsident Lyndon B. Johnson ordnet die Einstellung sämtlicher Angriffe gegen Nordvietnam an, etwa 7 Monate danach erfolgte der Truppenabzug.
In Memphis (USA) wird Martin Luther King, der Führer der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, erschossen.
Robert „Bob“ Beamon, US-amerikanischer Leichtathlet, wurde in Mexico City mit einem damals so bezeichneten "Fabelsprung" auf 8,90 Meter Olympiasieger. 23 Jahre sollte diese Weite als Weltrekord im Weitsprung Bestand haben.

1969
Als erste Menschen betraten Neil Armstrong und Buzz Aldrin den Mond. Armstrong sprach dabei den legendären Satz: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“.
In Woodstock fand das legendäre „Music and Art Festival“ statt.

1970 - 1979

 

„TRADITION UND STÄRKE“

Das Kräftemessen in Sangeswettbewerben hatte seine Attraktivität verloren. Auch beim Sängerbund besann man sich auf seine Wurzeln und ging immer mehr dazu über, sich als kulturelle Kraft im Gemeindeleben zu präsentieren. Beste Gelegenheit bot die 900-Jahr-Feier der Gemeinde Bauschlott. Man beteiligte sich mit vielen Aktionen an den Feierlichkeiten. Ansonsten war die zweite Hälfte des Jahrzehnts geprägt durch viele Konzerte, welche großen Anklang bei der Bevölkerung fanden.

Sängerbund Bauschlott als kulturelle Kraft im Gemeindeleben der 70er Jahre

1971
Die Gemeinde Bauschlott feiert ihr 900-jähriges Bestehen. Natürlich bestand die Gemeinde schon länger, aber 1071 wurde sie in einer Urkunde des Reichsklosters Lorsch erstmals erwähnt. Aus Anlass des Gemeindejubiläums veranstaltete der Sängerbund am 16. Mai ein Kirchenkonzert. Neben dem Chor gestaltete auch die Feuerwehrkapelle und als besonderer Höhepunkt der Kammersänger Gottlob Frick als Solist das große Konzert mit. Als weiteren Beitrag zum Dorfjubiläum bewarb sich der Verein um die Mitwirkung bei der beliebten Sendung „Mit Sang und Klang ins Land hinaus“ und wurde berücksichtigt. Bei der Sendung wirkten noch weitere örtliche kulturelle Vereine mit.
Das eigentliche Dorffest fand dann vom 10. bis 13. September statt. Der Sängerbund leistete bei den Feierlichkeiten natürlich mit mehreren Auftritten seinen Beitrag. Auch beim Festumzug beteiligte man sich mit zwei Gruppen.
Noch im gleichen Jahr feierte man das 25-jährige Chorleiterjubiläum von Tilo Langhammer.

1975
Der Sängerbund Bauschlott trat gemeinsam mit den Langhammer'schen Chören beim Liederfest des Badischen Sängerbundes auf. Im gleichen Jahr fand vor heimischem Publikum ein Liederabend unter dem Motto „Lieder der Völker“ statt.

1976
Jahr für Jahr wurden Konzerte veranstaltet, so auch in 1976, da freilich ganz ohne Motto.

1977
Für das Jahreskonzert wurde das Motto „Folklore der Welt“ gewählt.

1978
„Lieder aus aller Welt" - so lautete das Motto des Konzertes dieses Jahres.

 

WAS GESCHAH IN DER WELT?

Die wilden 70er Jahre und Alternative an die Macht: Die Welt hatte die Unschuld der 50er verloren. Die Ermordung Kennedys, ein mit Napalm verseuchtes Vietnam und die Ölkrise sind Beispiele für das erschütterte Vertrauen in das Gute im Menschen und in die politischen Systeme. Die Fahndungsplakate der Roten Armee Fraktion prägten das Straßenbild in Deutschland. Aber auch ein klappriges Segelschiff, das den Namen Greenpeace erhielt, tauchte auf - ein Netzwerk entstand aus dem die heutige Organisation hervorging. Firmen wie Apple, Commodore und Atari brachten die ersten Heimcomputer auf den Markt.

Eine von Terror und Krisen, aber auch von Superlativen gezeichnete Dekade

1970
In einer spektakulären Aktion bereiten Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin ihren Mitstreiter Andreas Baader aus dem Gefängnis. Dies war die Geburtsstunde der terroristischen Roten Armee Fraktion.
Die Beatles trennten sich als Gruppe.

1971
In Vancouver gründeten Friedensaktivisten eine Non-Profit-Organisation, die bis heute für Schlagzeilen sorgt: Greenpeace.

1972
Es war das Jahr der XX. Olympischen Spiele in München. Zum zweiten Mal hatte Deutschland die Sportjugend der Welt zu Gast. Was als unbeschwerte und fröhliche Spiele begann, endete mit Terror. Elf Sportler der israelischen Mannschaft wurden als Geiseln genommen. Eine Befreiungsaktion scheiterte, die Geiseln und fünf Terroristen kamen ums Leben.
Der Käfer von VW knackte mit 15.007.034 vom Band gelaufenen Fahrzeugen den 45 Jahre lang bestehenden Produktionsrekord der "Tin Lizzy".

1973
Das Ölembargo der OPEC-Staaten führte zur Ölkrise und stürzte die Welt in ein wirtschaftliches Chaos. Der Ölpreis stieg um 70%. In Deutschland gab es als Reaktion autofreie Sonntage.

1974
Herausragendes Ereignis war die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Mit Spielern wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier, Uli Hoeneß u. a. setzte sich die deutsche Mannschaft durch und wurde zum zweiten Mal Weltmeister.

1975
In Deutschland wurde das Alter für Volljährigkeit von 21 auf 18 Jahren herabgesetzt.

1978
Es war das Jahr der drei Päpste. Auf Papst Paul VI., der im August starb, folgte Johannes Paul I. Dieser übte das Amt nur 33 Tage aus. Danach wurde Kardinal Karol Józef Wojtyla zum Papst Johannes Paul II. ernannt.

1979
Elton John war der erste westliche Popstar, der in der Sowjetunion auftreten durfte. Er gab Konzerte in Moskau und Leningrad.

1980 - 1989

 

„FRAUEN AN DIE SÄNGERFRONT“

Für die Gesangvereine war es ein schwieriges Jahrzehnt. Fast alle Chöre verloren aktive Sänger. Viele Vereine sahen ihr Heil im Öffnen des Chores und bildeten gemischte Chöre. Der Sängerbund Bauschlott widerstand diesem Trend und blieb ein reiner Männerchor. Neben den musikalischen Aktivitäten entdeckte man die gesellige Seite und veranstaltete Familien- und Sängerausflüge.
Es begannen auch im zweijährigen Rhythmus die Dorf- und Angerfeste, an denen man als Traditionsverein teilnahm und nebenbei die Vereinskasse aufbesserte.

Nachwuchsprobleme für Männerchöre in den 80er Jahren

1980
Auf Initiative von Sängerkamerad Walter Morlock kam es zwischen den zwei Männerchören „Eintracht Frohsinn“ Görsroth/Taunus und dem Sängerbund Bauschlott zu einer Freundschaft. Die Partnerschaft begann mit einem gemeinsamen Konzert in der Bauschlotter Dreschhalle. Es entwickelte sich ein reger Austausch.

1981
Im August fand das erste Bauschlotter Dorf- und Angerfest statt. Der Sängerbund hatte den Hof des Sängerkameraden Augst Elsässer als Standort gewählt. Es war ein voller Erfolg und so beteiligte man sich auch an den weiteren Angerfesten.
Noch im gleichen Jahr veranstaltete der Sängerkreis Pforzheim in der Schwarzwaldsängerhalle ein Gedenkkonzert für verstorbene Komponisten aus dem Pforzheimer Raum. Der Sängerbund beteiligte sich und sang in Gemeinschaft mit anderen Chören Werke des Komponisten Kurt Günth.

1982
Der Sängerbund besuchte seine Sangesfreunde bei einem Ausflug in Görsroth. Man erlebte zwei unbeschwerte Tage mit Singen und Fröhlichkeit.

1985
Der Liederabend mit den Chören aus Diedelheim, Göbrichen und Bauschlott stand unter dem Motto: Gemeinsam sind wir stark. Man warb allgemein für das Liedgut.
Im November wurde der 60. Geburtstag von Thilo Langhammer gefeiert. Alle von ihm geführten Chöre traten zu seinem Ehrentag in der Schwarzwald-Sängerhalle in Brötzingen auf.

1986
Tilo Langhammer führte den Sängerbund nun schon seit 40 Jahren mit musikalischem Sachverstand und auch dem feinen Gespür, das einen besonderen Chorleiter auszeichnet. Natürlich wurde dies gebührend gefeiert. Im Mai veranstaltete man in der Evangelischen Kirche eine „Geistliche Abendmusik“. Die Zuhörer in der vollbesetzten Kirche waren begeistert. Im November beging man dann das Jubiläum in der Gemeindehalle. In einer musikalischen Revue wurden die vergangenen 40 Jahre in Erinnerung gerufen.

1989
Nach 42-jähriger Chorleitertätigkeit nahm Tilo Langhammer Abschied vom Sängerbund. Eine großartige musikalische Ära ging für den Verein zu Ende. Sein Nachfolger wurde Hans Modritsch - von Beruf Pädagoge ging er neue Wege. In einem Modellkonzert nahm der Sängerbund gemeinsam mit dem Schulchor der hiesigen Grund- und Hauptschule teil. Es wurde vom Ministerium für Kultur und Sport veranstaltet und sollte Schul- und Laienchöre zusammenbringen.

 

WAS GESCHAH IN DER WELT?

Möglichst schrill und Rüstungswettlauf zwischen Ost und West: Punks und Popper bestimmten die Szene. Schrille Neonfarben waren aktuell, „geil“ und „cool“ hießen die Schlagwörter. Im Fernsehen waren Götz George als Kommissar Schimanski und der „Denver Clan“ die Quotenbringer. Das Wettrüsten zwischen dem Warschauer Pakt und der NATO erreichte seinen Höhepunkt, Pershing-Raketen wurden auf mobilen Abschussrampen durch das Land gekarrt, um sie vor „dem Feind“ im Osten zu verbergen. Dagegen gab es aber auch Protest-Aktionen mit Menschenketten und Sitzblockaden.

Große Bandbreite zwischen Gewalt und Katastrophen hie sowie Jubel und Freude da:

1980
Die Sowjetunion marschierte in Afghanistan ein. Als Reaktion boykottierten viele westliche Staaten die Olympischen Sommerspiele in Moskau.

1981
In Polen wurde die Gewerkschaft „Solidarność“ gegründet.
Ronald Reagan trat in den USA sein Amt als Präsident an und trieb den Rüstungswettlauf voran.
Die ARD strahlte die erste Folge der Serie „Dallas“ aus.

1983
Das Nachrichtenmagazin "STERN" veröffentlichte die ersten beiden Hitler-Tagebücher - voreilig wie sich herausstellte. Sie waren wie alle anderen Tagebücher von Konrad Kujau gefälscht worden. Weil man eine Echtheitsuntersuchung des  Bundeskriminalamtes (BKA) nicht abwarten wollte, gipflten die Veröffentlichungen in einem Skandal. Für sämtliche gefälschten Tagebücher berappte der "STERN" 9,3 Millionen D-Mark.
Udo Lindenberg trat im „Palast der Republik“ in Ostberlin auf.
In den USA kam das erste Mobiltelefon auf den Markt. Es wog 800 Gramm!

1985
Boris Becker gewann mit 17 Jahren zum ersten Mal das Tennis-Turnier in Wimbledon.

1986
In Tschernobyl kam es zu einer Reaktorkatastrophe.

1988
Als erste Deutsche gewann Steffi Graf alle vier Grand Slam Turniere im Tennis. Zusätzlich gewann sie die Goldmedaille im olympischen Turnier.

1989
In Peking kam es zum Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens.
Am 19. November fiel die Mauer in Berlin - die innerdeutsche Grenze wurde geöffnet.

 

1990 - 1999

 

„EIGENER HERD IST GOLDES WERT“

Mit dem neuen Dirigenten Hans Modritsch taten sich für den Sängerbund neue Wege für die Vereinsarbeit auf. Als Pädagoge und Mitarbeiter im Kultusministerium trieb er die Patenschaft zum örtlichen Schulchor voran, was dann auch zur Patenschaft mit dem Schulchor führte. Man hoffte, Eltern wie Schüler für den Chorgesang zu gewinnen und dafür zu begeistern, selbst Musik zu machen, statt nur zu konsumieren. Einen weiteren Höhepunkt in dieser Dekade stellte der Einzug in das eigene Vereinsheim in der alten Schule dar. Der Sängerbund konnte damit seine Utensilien - alte Fotographien, die Vereinsfahne, die Noten usw. - in eigenen Räumen aufbewahren und präsentieren. Es war ein großer Schub für das Vereinsleben und die Geselligkeit unter den Sängern.

Das eigene Sängerheim und neue Wege in der Vereinsarbeit

1990
En ereignisreiches Jahr - im Mai wurde gemeinsam mit dem Schulchor in der Gemeindehalle ein Stuhlkonzert unter dem Motto „Frühlingserwachen“ durchgeführt.
Noch im gleichen Monat bezog man sein eigenes Vereinsheim. Der Verein hatte damit eine dauerhafte Bleibe, der Anlass wurde gebührend gefeiert.
Im November besuchte man den befreundeten Verein in Görsroth anlässlich deren Fahnenweihe und erneuerte gleichzeitig die bestehende Freundschaft.
Im Dezember wurde die Zusammenarbeit mit dem Schulchor der örtlichen Grund- und Hauptschule durch eine Patenschaft von Seiten des Sängerbundes besiegelt. Von vielen Seiten wurde dieser Schritt als richtungsweisend gelobt. Über das ganze Jahr hinweg wurde natürlich auch das bevorstehende runde Jubiläum vorbereitet.

1991
Das 100-jährige Jubiläum wurde gefeiert. Schirmherr war der amtierende Bürgermeister Heinz Raißle, Festpräsident sein Vorgänger Helmut Britsch. Eröffnet wurden die Feierlichkeiten mit einem Kirchenkonzert im April. Unter Mitwirkung des Jugendchores Stein/Eisingen, des Männerchores aus Söllingen und des Pforzheimer Bläserensembles wurde das „Vater unser“ von Paul Zoll aufgeführt. Es wurde ein würdiger Auftakt für das Fest. Im Juni gab es dann noch einen Festgottesdienst mit einer Totenehrung und das Festbankett in der Gemeindehalle. Das eigentliche Jubiläum wurde dann vier Tage lang im Juli gefeiert. Die ersten drei Tage gehörten überwiegend dem Chorgesang. Insgesamt 31 befreundete Chöre aus der Umgebung sowie der Bauschlotter Musikverein sorgten beim Freundschaftssingen für den festlichen Rahmen und die Unterhaltung der Gäste. Der vierte Tag war den Kindern und der leichteren Unterhaltung in Form eines Kinderfestes und eines bunten Abends vorbehalten.
Aber damit nicht genug. Im Oktober gab es Fernsehaufnahmen einer Chorprobe gemeinsam mit dem Schulchor. Im November führte man beim Kreiskonzert nochmals das „Vater unser“ vom Jubiläumskonzert auf. Und zum ersten Mal ließ der Chor in der letzten Singstunde das Jahr im neuen Sängerheim mit einer Weihnachtsfeier ausklingen.

1992
Im Juni stellte sich die Gemeinde Neulingen auf der Landesgartenschau in Pforzheim vor. Der Sängerbund ließ es sich nicht nehmen, als einer der kulturellen Vertreter der Gemeinde, die Vorstellung des Heimatortes mit einem Gesangsauftritt zu bereichern.
Als Zeichen des Dankes an die Bevölkerung der Gemeinde und als Erinnerung an das 100-jährige Jubiläum pflanzte man im Mai die sogenannte Sängerlinde.

1993
Bei der Weihnachtsfeier der Grund- und Hauptschule wirkte der Sängerbund mit.

1994
Die Bauschlotter Vereine produzierten gemeinsam eine Musikkassette. Natürlich beteiligte sich auch der Sängerbund gemeinsam mit seinem Patenschaftschor an dieser Aufnahme.
Im November nahm man am Benefizkonzert des Fördervereins der Grund- und Hauptschule Neulingen teil.

1996
Im September wurde in Bauschlott die neue Gräfin-Rhena-Halle eingeweiht. Gemeinsam mit dem Schulchor sorgte der Sängerbund für die entsprechende festliche Umrahmung.
Im November nutzte man dann die neue Halle für einen herbstlichen Liederabend.

1997
Der Sängerkreis Pforzheim wollte die alte Zeit der Sängerwettstreite in abgeschwächter Form wieder aufgreifen und veranstaltete ein Kritiksingen. Die teilnehmenden Verein wurden von Juroren beurteilt, allerdings ohne ein Ranking. Auch der Sängerbund stellte sich der Herausforderung. Der Chor wurde insgesamt mit gut beurteilt, es bestünde jedoch noch Potential nach oben.

1999
Gemeinsam mit dem Schulchor der Friedrich-Weinbrenner Schule veranstaltete der Sängerbund ein Frühjahrskonzert in der vollbesetzten Gräfin-Rhena-Halle.

 

WAS GESCHAH IN DER WELT?

Spaßgesellschaft im globalen Dorf: In den 90er Jahren entwickelte sich etwas, dessen Bedeutung die breite Masse erst langsam ermessen sollte: die Globalisierung. Sie ging einher mit der Entwicklung des Internets. Was auch immer passierte, Massenmedien und Internet versetzten das „Globale Dorf“ innerhalb von Sekunden in Kenntnis über neue Skandale, Tragödien oder Katastrophen. „Treibhauseffekt“ und „Klimaerwärmung“ wurden zu Schlagwörtern. Gleichzeitig entwickelte sich die „Fun-Gesellschaft“. Alles musste Spaß machen - Politik, Mode und Musik. Alles wurde zur Ware.

1990
Deutschland feierte am 3. Oktober seine Wiedervereinigung. Was mit der Grenzöffnung und dem Mauerfall begann, wurde nun auch politisch zu Ende gebracht. Deutschland wird zum dritten Mal Fußball-Weltmeister.

1991
Das Jahr brachte das endgültige Aus für die Sowjetunion. Weißrussland und die Ukraine wurden zu selbständigen Staaten.
Der zweite Golfkrieg brachte die Befreiung Kuweits. Die Auswirkung für Deutschland - der Karneval fiel aus.

1993
Durch den Vertrag von Maastricht wurde die Europäische Union Realität.

1994
In Südafrika kam es zum Ende der Apartheid. Nelson Mandela, Freiheitskämpfer und 27 Jahre politischer Häftlng, wird Präsident.

1996
In England wird von Forschern das erste Klonschaf geschaffen: Dolly.
Unter dem Titel „24 Hours in Cyberspace“ fand die erste nennenswerte Online-Veranstaltung fand statt.

1997
Hongkong wird von den Briten an China zurückgegeben.
Der Tod von Diana, Princess of Wales, bewegte im August die Menschen weltweit. Die Trauerfeier wurde zum gigantischen Medienereignis. Elton John sang in der Westminster Abbey als Hommage an Diana die in "Goodbye England's Rose" umgedichtete Ballade "Candle in the Wind".

1999
Die deutsche Regierung zieht von Bonn nach Berlin um.

2000 - 2009

 

DAS NEUE „WIR“ IM SÄNGERBUND

Sicher hat das eigene Vereinsheim dazu beigetragen, das Wir-Gefühl im Verein zu stärken. Geselligkeit wurde groß geschrieben. Es gab viele Vereinsfeste, vor allem die legendären Bierkellerfeste. Aber auch nach der Singstunde bleibt man noch in geselliger Runde zusammen. Und nicht zuletzt finden die Familienausflüge, bei denen auch die nicht aktiven Sänger dabei sein können, regen Zuspruch.

Feste und Ausflüge in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends

2001
Man könnte meinen, der Sängerbund bekommt nie genug. Zehn Jahre nach dem großen Jubiläum beging man wieder eines, nämlich 110 Jahre Sängerbund. Eine Brücke wurde dabei auch zu einem weiteren Ereignis geschlagen: 10 Jahre Patenschaft mit dem Schulchor der Friedrich-Weinbrenner-Schule. Zwei Tage feierte man gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern sowie mit vielen befreundeten Chören.

2003
Im Mai veranstaltete der Verein ein Frühlingskonzert gemeinsam mit dem Schulchor. Verbunden war dieses Konzert auch mit dem 10-jährigen Jubiläum des Dirigenten Bernd Haberstroh. In einem Bericht in der Pforzheimer Zeitung wurde dem Chor „eine musikalische Allianz voller Harmonie“ und „beeindruckendes Klangvolumen“ attestiert.

2006
Im Juni führte ein unvergesslicher Ausflug die Sängerfamilie in die Partnergemeinde Rubiera. Der Verein präsentierte sich als kultureller Botschafter der Gemeinde Neulingen.

2007
In der Evangelischen Kirche präsentierte sich der Sängerbund gemeinsam mit der Musikverein Bauschlott bei einem Adventskonzert.

2008
Wieder eine gemeinsame Aktion mit dem Musikverein: das Musical „Franziskus“. In zwei ausverkauften Vorstellungen in der Gräfin-Rhena-Halle bot man dem Publikum eine beeindruckende Vorstellung. Es war sicherlich einer der Höhepunkte im Vereinsleben überhaupt. Beachtlich war auch, wie sich die anfänglich etwas statischen Sänger zu schauspielerischen Talenten entwickelten.

2009
Auf Grund der großen Nachfrage in der Bevölkerung gab es nochmals zwei Aufführung des Musical „Franziskus“. Trotz der Wiederholung waren Konzentration und künstlerische Spannung bei den Akteuren in vorbildlicher Weise vorhanden.


WAS GESCHAH IN DER WELT?

„Wir sind Papst“ und „Sommermärchen“, Deutschland in euphorischer Stimmung: Das Ende der Welt war noch nicht angebrochen, aber dennoch machten sich Klimaveränderungen drastisch bemerkbar. Dürren, Stürme und Überflutungen kosteten hunderttausende Menschen das Leben. Immer mehr Tiere und Pflanzen mussten auf die „Rote Liste“ gesetzt werden. In Rom wird der deutsche Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt. Ein Jahr später feiert der Fußball in einem Traumsommer sein „Sommermärchen“.

2000
Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl legt im Zuge der Spendengeldaffäre sein Amt als CDU-Ehrenvorsitzender nieder.
Beim Untergang eines russischen Atom-U-Bootes kamen 118 Soldaten ums Leben.

2001
Die Welt hielt dem Atem an: Am 11. September wurden zwei von Terroristen gekaperte Flugzeuge in die Twin-Tower des World-Trade-Centers in New York gesteuert und brachten sie zu Einsturz. 3.000 Menschen starben. Wut und maßlose Trauer waren die ersten Reaktionen.

2002
In vielen Ländern der EU wird der Euro eingeführt.
An der Elbe kommt es zur Jahrhundertflut. In Dresden steht ein Großteil der Altstadt unter Wasser.

2004
Eine Flutwelle verwüstete die Küsten von Thailand, Malaysia und Indonesien. 230 000 Menschen finden den Tod.

2005
Ein deutscher wird Papst im Vatikan. Kardinal Joseph Ratzinger wurde vom Konklave zum Papst gewählt. Er gab sich den Namen Benedikt XVI.

2006
In einem Traumsommer erlebt Deutschland mit der 18. Fußballweltmeisterschaft ein wahres Sommermärchen. Abertausende verfolgten die Spiele in Biergärten und Fan-Meilen. Die deutsche Nationalmannschaft erreichte den 3. Platz.

2007
Nach schweren Unwettern kam es in Mitteleuropa zu einer Hitzewelle. Die Temperaturen erreichten die 40 Grad-Marke. Es gab einige Todesopfer.

2009
In den USA wurde mit Barack Obama der erste afroamerikanische Präsident vereidigt. Unvergessen seine Worte: „Yes we can.“.

2010 - heute

 

„VIELSEITIG PRÄSENT“

Der Sängerbund als Kulturträger im Gemeindeleben: Ob bei gesellschaftlichen Anlässen der politischen Gemeinde oder der kirchlichen Gemeinden, der Sängerbund ist ein gern gesehener Gast, welcher die Anlässe mit seinem Gesang festlich umrahmt. Gern unterstützt man auch die Feste anderer örtlicher Vereine. Besonders hervorzuheben ist die vielfältige Zusammenarbeit mit der zweiten Kulturstütze der Gemeinde, dem Musikverein. Aber auch in eigener Sache kann der Verein mit vielfältigen Konzerten und Sängerfesten aufwarten und ist stets musikalisch präsent. Der Verein hat sich, trotz Überalterung, zu einer Säule im Kulturleben der Gemeinde entwickelt.

Sängerbund-Chronik im "Jubiläumsjahrzehnt":

2010
Nach dem Erfolg des Musical Franziskus entschloss sich der Sängerbund zu einem Kirchen-konzert mit einem „Frauen-Projektchor“. Will heißen, extra für dieses Konzert wurde ein Frauenchor gegründet, er setzte im Wesentlichen aus Sängerinnen zusammen, welche bereits bei Musical mitgesungen hatten. Das Konzert fand in der evangelischen Kirche statt und hatte das Motto „Die Himmel rühmen“. Abgerundet wurden die Auftritte durch ein Bläserquintett der evangelisch-methodistischen Kirche sowie durch die Solisten Sina Breu, Thomas Furrer und Manfred Männer.
Beim Auftritt in der Schwarzwaldsängerhalle war der Sängerbund der einzige Männerchor und fand entsprechende Beachtung.

2011
In der Gräfin-Rhena-Halle feierte man ein Frühlingsfest.

2012
Bei den Sangesfreunden in Mußbach/Pfalz trat der Sängerbund beim Serenaden-Abend auf. Vor der wunderschönen Kulisse des Schlosshofes fand man für seine Lieder großen Anklang.
Ein stimmungsvolles Adventskonzert in der Kirche rundete das Jahr ab.

2014
Der Gesangverein „Freundschaft Ersingen“ initiierte unter dem Motto „Männerchöre aus dem Enzkreis“ ein nicht alltägliches Konzert. Natürlich ließ man sich die Gelegenheit, als einem der stärksten Männerchor der Umgebung die Chance nicht entgehen, sein Können unter Beweis zu stellen. Im März feierte man bei einem Kirchenkonzert das 20-jährige Jubiläum unseres Dirigenten Bernd Haberstroh.

2015
Das Jahr stand vorwiegend unter der Vorbereitung zum großen Jubiläum. Bei den Freunden in Mußbach trat man erneut beim Serenaden-Abend auf.

2016
Das 125-jährige Jubiläum wurde eingeläutet durch ein Frühlingskonzert in der evangelischen Kirche. Mit von der Partie war der Schulchor der Friedrich-Weinbrenner-Schule. Man bot dem Publikum in der voll besetzten Kirche ein stimmungsvolles und ansprechendes Konzert. Das Festbankett wurde dann in „familiären“ Rahmen im Gasthaus zum „Goldenen Ochsen“ gefeiert. Das eigentliche Jubiläumsfest fand dann vom 16. bis 18. September statt. Das Jubiläumswochenende wurde eröffnet von den „Palastperlen“ mit ihrer Revue aus den 30-iger Jahren „Frauen, Krokodile, Fantasien … - ein Schelm, wer Böses dabei denkt“. Es war ein voller Erfolg. Die beiden nächsten Tage gehörten dann dem Freundschaftssingen von befreundeten Chören. Insgesamt 16 Chöre waren der Einladung gefolgt - man bot dem Publikum ansprechende Vorträge und zeigte, dass Chorsingen live immer noch attraktiv sein kann. Den Abschluss machte dann das Orchester des Musikvereins Bauschlott mit gewohnt schwungvollen Weisen.

2017
Der Sängerbund Bauschlott geht online. Im "Jahr 1" nach dem Jubiläum treten die Sängerkameraden nun auch endlich im Internet auf.

2018
Der Sängerbund Bauschlott wird erstmals von einer Doppelspitze geführt. Werner Hofmann und Peter Zimmermann wurden auf der Jahreshauptversammlung als gleichberechtigte Vorsitzende gewählt. Sie lösten damit den langjährig amtierenden Karl-Wilhelm Elsässer ab, der nicht mehr kandidierte.
Zusammen mit dem Schulchor der Friedrich-Weinbrenner-Schule veranstaltet der Sängerbund in der Evangelischen Kirche das Konzert "Wir schenken Euch ein Lied."

 

UND DIE WELT SCHEINT IM UMRUCH ZU SEIN!

Nachhaltigkeit - Bots - Manipulation - Cyberangriffe: Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf der einen Seite, Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze auf der anderen Seite - es ist eine Herausforderung an die Politik, diesen Spagat zu schaffen. Der Einfluss der neuen Medien, insbesondere der sozialen Netzwerke führte zu einer Veränderung der politischen Meinungsbildung. Schlagwörter wie Wahlmanipulation und Lügenpresse machen die Runde. Die Welt rückt zusammen, Flüchtlingsströme von bisher nie dagewesenem Ausmaß schaffen Konflikte.

Historische Ereignisse in der aktuellen Dekade:

2010
Das EU-Parlament kippt das SWIFT-Abkommen mit den USA, es hätte amerikanischen Terrorfahndern die Möglichkeit gegeben auf europäische Bankdaten zurückzugreifen.
Infolge der Euro-Schuldlenkriese wird ein Europäischer Stabilisierungsmechanismus eingeführt.

2011
In New York finden die ersten Proteste der Occupy-Wall Street Bewegung statt.
Die US-Streitkräfte verlassen den Irak.

2013
In Ägypten wird bei einem Militärputsch Mohammed Mursi entmachtet.
Die CDU gewinnt mit Angela Merkel die Bundestagswahl.

2014
Die Terrororganisation Islamischer Staat erobert innerhalb kürzester Zeit große Gebiete im Irak und Syrien und ruft das Kalifat aus.
Die deutsche Fußball-Nationalmanschaft wird Weltmeister mit einem 1:0 gegen Argentinien, nachdem sie in einem denkwürdigen Halbfinale die brasilianische "Seleção" mit 7:1 besiegt hatte.

2015
Die griechische Schuldenkrise verschärft sich. Es wird ein drittes Hilfspaket geschnürt.
Im September beschließt Bundeskanzlerin Merkel, die Grenze für tausende Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien und Afghanistan zu öffnen. Die Entscheidung löst Diskussionen im In- und Ausland aus.

2016
In Hamburg wird nach fast 10-jähriger Bauzeit die Elbphilharmonie eröffnet, eines der modernsten Konzerthäuser der Welt.
Großbritannien beschließt in einem Referendum den Austritt aus der EU.
Im November gewinnt Donald Trump die Wahl und wird 45. Präsident der USA.

2017
Emmanuel Jean-Michel Frédéric Macron wird neuer Staatspräsident Frankreichs. Angetreten war er als unabhängiger Kandidat, nachdem er - vor dem Hintergrund der von ihm gegründeten - Bewegung "En marche" in seiner Partei PS (Parti Socialiste) keine Unterstützung erlangte.

2018
Eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts über Fahrverbote führt in der Folge sukzessive zu einer Verbannung von älteren Dieselfahrzeugen in deutschen Städten und zu heftigen Diskussionen über kurzfristigen Nutzen und langfristige Konsequenzen.
Der auch internationales Aufsehen erregende Prozess gegen die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) wegen zehnfachen Mordes endet nach über 5 Jahren mit lebenslanger Haft für die Hauptangeklagte Beate Zschäpe.
Deutschland wird monatelang von einer Rekord-Hitzewelle gepeinigt. Ernteausfälle, 80 km/h auf Autobahnen infolge von Straßenschäden und steigende Bezinpreise wegen Transportengpässen auf den Wasserstraßen waren nur die äußeren Merkmale.
Bei den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang schreiben deutsche Wintersportler eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte: 14 Mal Gold, 10 Mal Silber und sieben Mal Bronze. Lange Gesichter dagegen bei den deutschen Fußballfans: "Die Mannschaft", die danach so nie mehr tituliert werden sollte, schied sang- und klanglos bei der Fußball-WM in Russland mit einem blamablen 0:2 gegen Südkorea aus.

Zeitzeugen gesucht: Können Sie von früheren Ereignissen rund um den Chorgesang berichten? Haben Sie gar Bilder aus dieser Zeit? Oder vielleicht wissen Sie, wer solche hat oder etwas zu erzählen weiß?